• 24. - 25. Oktober 2020
  • Messe Wien, Halle D

Wohnungspreise im europäischen Vergleich

Der Deloitte Property Index erhebt jährlich die Quadratmeterpreise in den Ländern und Städten Europas

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Würden Sie sich in Tschechien eine Eigentumswohnung mit 70 m² leisten wollen, so kostete Sie das durchschnittlich 11,4 tschechische Bruttojahresgehälter. Damit führt das nördlich Nachbarland zum vierten Mal in Folge das Ranking der am wenigsten erschwinglichen Eigenheime an. Im Vergleich dazu reichen in Österreich für eine Eigentumswohnung, wieder auf Basis 70 m², 10 Bruttojahresgehälter. Hierzulande ist eine neue Wohnung für durchschnittlich 4.176 Euro zu haben. Spitzenreiter bei den Wohnungspreisen im europäischen Ländervergleich ist Luxemburg mit einem Quadratmeterpreis von 7.145 Euro gefolgt von Frankreich und Österreich. Das Österreich im europäischen Ländervergleich mittlerweile auf Platz 3 liegt, ist auf das immer noch günstige Zinsumfeld, die steigenden Baukosten und die Beliebtheit der Immobilie als Anlageform zurückzuführen. Auch wenn diese Gründe nachvollziehbar sind, das unschöne Fazit der Studie von Deloitte bleibt:  Die Leistbarkeit von Eigentum nimmt in Österreich zunehmend ab. Die Alpenrepublik steht mit diesem Problem jedoch nicht alleine dar. In den meisten Ländern sind die Preise für Wohnungen im Jahr 2019 schneller gewachsen als die Durchschnittsgehälter.

 

Europäische Städte im Vergleich

Im Städteranking führt Paris mit 12.863 Euro pro Quadratmeter das Ranking der höchsten Wohnungspreise an, gefolgt von Tel Aviv mit 9.565 Euro und Luxemburg an dritter Stelle mit 9.565 Euro. Wien liegt mit 4.868 Euro auf Platz 20, gesamt wurden 67 Städte verglichen. Es zeichnet sich außerdem ein anhaltend starkes Stadt-Land-Gefälle ab. In fast allen analysierten Ländern liegen die Wohnungspreise in den Ballungszentren deutlich über dem landesweiten Durchschnitt. Ausnahmen bestätigen aber die Regel: In Graz werden Verkaufspreise unter dem Bundesdurchschnitt erzielt (85 %).

 

Moderate Mietpreise in Wien

Im Vergleich zu anderen europäischen Hauptstädten ist Wien eine durchaus leistbare Mieterstadt. Hier kostet der Quadratmeter durchschnittlich EUR 9,90. In Luxemburg müssen Mieterinnen und Mieter mit EUR 30,70 pro Quadratmeter rechnen, in Paris sind es im Schnitt EUR 28,30. Bei einer Stadt mit einer hohen Lebensqualität wie Wien ist es bemerkenswert, dass sich die Mietpreise noch auf einem erschwinglichen Niveau halten können. Ein Grund dafür ist sicherlich die preisdrückende Wirkung im Vollanwendungsbereich des österreichischen Mietrechtsgesetzes sowie geförderter Wohnbau.

 

COVID-19-Krise und der heimische Immobilienmarkt

Derzeit lassen sich noch keine handfesten Prognosen hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen von COVID-19 auf die heimischen Mietpreise stellen. Es ist damit zu rechnen, dass zahlreiche Wohnungen, die vor der Krise noch über Online-Plattformen touristisch vermietet wurden, nun langfristig regulär vermietet werden. Das würde den Preisdruck weiter erhöhen. Auf Kaufpreise wird die Krise allerdings kaum Auswirkungen haben. In der letzten Rezession hat der Rückgang der Bautätigkeit in Kombination mit niedrigen Finanzierungskosten und nachfolgendem wirtschaftlichem Aufschwung die Wohnimmobilienpreise in ganz Europa in die Höhe getrieben. Dieses Mal ist es anders: Die Projektentwickler sind auf Komplikationen besser vorbereitet. Trotz Verzögerungen bei der Genehmigung von Bauvorhaben dürfte es zu keinem signifikanten Ausfall der Bautätigkeit kommen.

Die vollständigen Ergebnisse des Deloitte Property Index finden Sie hier.

 

Quelle: www.2deloitte.com